Die Menschen von Haloze und Zagorje


Die Menschen beider Regionen sind sich in Wahrheit viel ähnlicher wie es ein unachtsamer Beobachter zuerst denken würde. Erstens unterscheidet sie die Sprache, die aber beim näheren Hinhören gar nicht mehr so verschieden klingt. Ähnlich wie sich in zwei Sprachen viele ähnliche, gleiche oder sogar gleich betonte Wörter finden, so ähnlich sieht es auch in ihrem alltäglichen Leben aus.

Ein eigenwilliger, harter Charakter mit einem guten Maß an Sturheit auf der einen und viel Gutmütigkeit auf der anderen Seite, machen die Menschen aus Haloze und Zagorje zu Sonderlingen, wenn sie in einen anderem Umfeld auftauchen.

Ihren Heimatort verlassen sie noch heute sehr ungern, sie hängen an ihrem Stückchen Land, sie sind naturverbunden, ziemlich gottesfürchtig und fromm. In vergangenen Zeiten suchten viele wegen der Wirtschaftsnot ihr Glück in der Ferne, was eine der schwersten Entscheidungen und der längste Schritt in ihrem Leben war. In der Welt fanden sie sich meistens gut zurecht, weil sie Fleiß mitbrachten, dass zu Hause eine notwendige und geachtete Eigenschaft war.

Weil sie den größten Teil ihres Lebens schuftend um ihr täglich Brot verbrachten, wirkte sich das auch auf ihr geistiges Leben aus. In beiden Regionen sind bis zum heutigen Tage viele Volkslieder erhalten geblieben, die sie bei ihrer täglichen Arbeit begleiteten und zugleich eine der wenigen Freuden und Zerstreuungen darstellten.

Die materielle Kultur wurde von der Arbeit alleine bestimmt. Bestens veranschaulicht wird das mit hölzernen Hilfsmitteln, vom Ttragekorb bis zum Mahlstein. Von allen Dingen hat die hölzerne Klapper - der klopotec, der die gierigen Vögel von den reifenden Weintrauben und aus den Weingärten vertreiben soll, noch den kleinsten unmittelbaren Nutzen. Wegen der Lebensweise waren die wichtigstem Handwerker die Wagner, Fassbinder, Tischler, Dachdecker, Näherinnen und andere.

Ein Höhepunkt der Kreativität ist bestimmt die Spitze aus Lepoglava – Schönheit und Magie, die hier, vor vielen Jahrhunderten, gerade von den Pauliner angefangen wurde. Das ist eine delikate Spitze, die aus Leinen- oder Baumwollfäden, auf einem rundem, festen Untersatz, mit einer geraden Anzahl von Holzkeulen - genannt dedek und batek i- hergestellt wird. Die Spitze entsteht auf einer gezeichneten Vorlage. Die Fäden werden so verknotet, dass sie die Umrisse der einzelnen Motive im Relief hervorheben. Die Motive kommen hauptsächlich aus der Tier- und Pflanzenwelt.