Wasser, Wein und Brot


Zagorje und Haloze gehören zu den trockensten Gebieten. Das Trinkwasser in Brunnen in den tiefen Tälern war weit entfernt von den Bauernhöfen auf den Hügeln und musste deshalb in hölzernen Tragbütten auf den Rücken heraufgetragen werden. Weil das Wasser so kostbar war, war (ist) es nichts ungewöhnliches, wenn einem Reisendem, der um Wasser bat, lieber Wein eingeschenkt wurde. Wein war immer zur Hand. Noch vor einem halben Jahrhundert waren alle geeigneten Lagen, von denen es hier wirklich viele gibt, mit Weinbergen bepflanzt. Brot war hier das Gegenteil von Armut, von der es hier bei kleinen Besitzen, mageren Ernten und großen Familien wirklich genug gab. Deshalb wurde das Brot hier mindestens so stark, wenn nicht sogar stärker, wie in der Kirche verehrt. Das Brotbacken in besonderen Kachelöfen ist zum Glück bis heute erhalten geblieben.

Der beste Kenner des Weinbaus in Haloze und einheimischer, Mag. Zdenko Rajher, erklärt in wenigen Worten die Entwicklung: "Die Anfänge des Weinbaus reichen zurück bis in die Zeit der Kelten, die weitere Entwicklung ist der Verdienst der Römer. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Weinbaus in Haloze spielt das, für Weinreben, äußerst günstige subpannonische Klima, mit dem sich die bekanntesten europäischen Weinregionen rühmen können. Die sommerlichen Temperaturen halten bis in den Frühherbst, dass für das Reifen der Weintrauben günstig ist, auch für die Gewinnung von Weinen aus überreifen Weintrauben mit Edelfäule. Auch die geologische Beschaffenheit des Bodens, der aus Mergel, teilweise Sandstein und Kalk besteht, ist für die Entwicklung des Weinbaubodens günstig.

Aus Haloze kommen Qualitäts- und Spitzenweißweine, meist sortenrein. Die Merkmale der Weine aus Haloze sind eine schöne Farbe, ein reiches Bukett und Aroma und Harmonie im Geschmack. Die überwiegenden Sorten: Welschriesling, Sauvignon, Mosler, Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder, Traminer, Gelber Muskateller. Neben angenehmen frischen, jungen Weinen mit mineralischen und blumigen Buketts, fehlen auch reiche Weine von einer besonderen Reife nicht (Spätlesen, Beerenauslesen, Eisweine)."

97 % der in dieser Region angebauten Weine sind Weißweine, verschiedener Sorten: Ranfol (Weisser Heuisch), Rheinriesling, Sauvignon, Chardonnay, Šipon (Mosler), Weiß- und Grauburgunder, Traminer, Gelber Muskateller, Muskat-Ottonel. Nur 3 % sind Rotweine: Spätburgunder, Blaufränkisch, Blauer Portugieser.

Die Weinrebe zählt auf diesen Hügeln bestimmt zu den autochthonen Pflanzen. Heutzutage schrumpfen die Weinberge, weil der Splitterbesitz keine Perspektive als Wirtschaftszweig hat. Es ist jedoch klar, dass der Weinbau die hier lebenden Menschen gekennzeichnet hat, die Landschaft den Bedürfnissen angepasst, den Charakter der Menschen gestärkt und ihre gesellschaftliche Lage und die gegenseitigen Beziehungen festgelegt hat.

Der Most aus den Weinbergen von Haloze füllt schon seit Jahrhunderten die Weinkeller von Ptuj. Also ist die bekundete mehr als 750-jährige Kellereitradition in Ptuj zugleich auch die Weinbautradition von Haloze und Zagorje. Auch der älteste Archivwein von Slowenien (die goldene Rebe, Jahrgang 1917), der im Weinkeller von Ptuj liegt, kommt aus Haloze. In Zagorje waren die Weinberge kleiner und Familien größer, deshalb verkauften die Menschen dort nur ungern ihren Wein. In den letzten Jahrzehnten setzen sich, in der gesamten touristischen Zone, verstärkt private Weinbauer und Kellermeister mit eigenen Abfüllungen von außerordentlicher Qualität durch.

Jährliche Verkostungen, Urkunden und Medaillen von weltweit bekanntesten Weinmessen beweisen, dass hier immer bessere Kellermeister zu finden sind. Es hat sich herausgestellt, dass Haloze und Zagorje eine außerordentliche Region für den Welschriesling, Rheinriesling und Grauburgunder sind, die eine sehr hohe Qualität erreichen, auch als Prädikatsweine. Gleiche Resultate erreichen auch die Weinbauer in Zagorje und deshalb werden ihre gemeinsamen Auftritte und Präsentationen immer häufiger und erfolgreicher.

Die Küche der touristischen Zone Haloze – Zagorje bietet einfache und leckere Gerichte. Die touristische Zone ist der ideale Ort für einen gastronomischen Ausflug, welcher Malerische Bauernhöfe, Gasthäuser und Ausschänke bieten.

Das Brot wird hauptsächlich Maisbrot, Gerstenbrot, Roggenbrot oder eine Mischung von allen drei gebacken, die Hefekuchen sind nach der Qualität dem Brot sehr ähnlich (koruznjača, zlevanka, gibanica, orehovka oder makovka). Die Speiseliste beinhaltet viele Mehlspeisen, Milchprodukte (Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch), es gibt viel Gemüse, meistens in Verbindung mit Fleisch, z. B. in Suppen (Gurken, Zucchinis, Erbsen, Kohl, Gerste) und Salaten (frische Gurken mit Sauerrahm und Knoblauch, grüner Salat, Tomatensalat mit Paprika und Zwiebeln…).

Ein absolutes Muss ist die Verkostung von Kübelfleisch, Früchtebrot – krhlek, »ašikol« aus Haloze, der zagorska purica (Pute) mit Fladenbrot (mlinci), Buchweizen- oder Maissterz. Die Gänse, Enten und Hennen hier verbringen ihr ganzes Leben im Freien und suchen sich ihr Futter in der Natur, deshalb werden sie woanders wohl kaum schmackhaftere finden. Und die Spezialitäten vom Schwein... Hausschlachtungen sind ein Erlebnis. Blutwürste, Grützwürste und andere speziellen Würste mit Sauerkraut, gekochte Schweinshachse mit Kartoffel- oder Bohnensalat, Zwiebeln und dem obligatorischen Kürbiskernöl … wie das alles schmeckt.

Sie bieten ihnen neben dem Aufgezählten auch noch Wein- und Kartofellgulasch, Wildbraten, Lahm oder Zicklein und Beilagen mit Nudeln, Kartoffeln, Getreide… Süßspeisen: Palatschinken, zagorski Strudel, Apfel- oder Topfenstrudel, Kürbiskuchen, verschiedene Gebäcke, zlevanka (eine Art Kuchen aus Weizen, Heiden oder Maismehl), haloška gibanica (strudelähnliche Süßspeise mit Topfen), orehovica (Kuchen mit Nüssen), makovica (Kuchen mit Mohn)….Auf den Bauernhöfen wird ihnen, neben Wein, auch Schafs- und Ziegenkäse, selbstgemachtes Brot (noch ofenwarm) um. angeboten.

Free Joomla Lightbox Gallery